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ADAC Junior Cup
ADAC JUNIOR CUP 2011 – SAISONAUFTAKT IN MAGIONE / ITALIEN
04.05.2011 - Magione, 17.- 20.4.2011: ein Hauch von Zweitaktöl liegt in der Luft, wenn der deutsche Rennsport-Nachwuchs auf der 2,5 Kilometer langen Rennstrecke von Magione sein erstes Training zum ADAC Junior Cup absolviert.
2011 haben sich 47 Fahrer für die international ausgeschriebene Meisterschaft „ADAC Junior Cup“ eingeschrieben. Sechs Rennen finden im Rahmen der IDM statt. Ein weiteres Rennen, das absolute Highlight der Saison, geht vom 15.07. – 17.07.2011 vor großer Kulisse beim Deutschen Motorrad GP auf dem Sachsenring über die Bühne.
29 Jungs und 6 Mädchen im Alter von 13 bis 18 sind mit ihren Eltern und Freunden zum Einführungslehrgang des ADAC Junior Cup nach Magione gekommen. Für die Cup-Neueinsteiger ist das Seminar in Magione Pflicht. Für einige, die bereits im zweiten Jahr an den Start gehen, war Magione wieder die Gelegenheit, sich optimal auf die neue Saison einzustimmen. Natürlich haben die Jungs und Mädchen alle einen Traum: Rennfahrer werden, berühmt sein, einen Weltmeistertitel gewinnen. Tom Lüthi ist eines ihrer großen Vorbilder. Tom kommt aus dem ADAC Junior Cup und wurde 2005 Weltmeister.
ADAC Junior Cup bedeutet Nachwuchsförderung vom Feinsten und Talentschmiede. Für Chancengleichheit und überschaubare Kosten sorgt ein strenges Reglement. Bereits seit 1993 wird der Cup unter der Ägide des ADAC erfolgreich durchgeführt. Der Cup ist für Serienmotorräder bis 125 cm². Seit Jahren setzt der Nachwuchs ausschließlich auf die Aprilia RS 125. In der Cup-Version leistet die Italienerin 35 PS. Beim Chassis-Layout und Design stand die Aprilia Werksrennmaschine RSR 125 Pate.
Es ist Sonntag, 17. April 2011, perfektes Wetter in Magione. Ernst Bernecker, Sportleiter Straßenrennsport beim ADAC München, Hans Raab vom DMSB, zuständig für alle technischen Fragen und natürlich Karl Schuhardt, der die Jugendlichen betreut und ihnen das große 1 X 1 des Rennsports vermittelt, haben zur ersten Trainings-Session geladen. Sechs Stunden Theorie sind angesagt, bevor es das erste Mal auf die Strecke geht. Für die jungen Wilden nicht immer ganz leicht, so lange konzentriert bei der Sache zu sein. Doch Karl hat die Ruhe weg, so viele junge Fahrer hat der erfahrene Mann mit dem großen Herz für die Jugend schon zum Erfolg geführt.
Der nächste Morgen wird von allen mit Spannung erwartet. Nach dem gemeinsamen Frühsport-Programm finden sich die Piloten an den Boxen ein. Dort werden sie von Bernd Absmeier und Dario Giusipetti erwartet. Die beiden ehemaligen WM-Piloten übernehmen den praktischen Teil des Seminars.
Teilweise noch leicht nervös gehen die beiden ersten Gruppen auf die Strecke. „Überholen verboten, sauber in einer Linie hinter den Instruktoren fahren“, gibt Karl der Rasselbande noch einmal mit auf den Weg. Nach jedem Turn ist Fahrerbesprechung. Bernd, Dario und Karl beobachten die Jungs und Mädels genau. Fehler werden korrigiert, Tipps gegeben und ein Lob darf natürlich auch nicht fehlen. Von Runde zu Runde werden die Kids sicherer, gewinnen Vertrauen zu sich, zu ihren Maschinen, den Reifen und der Strecke. Klar sind sie nicht alle gleich schnell, deshalb werden die Gruppen immer wieder umgestellt. Jeder Teilnehmer soll nach seinen vorhandenen Fähigkeiten und Erfahrungen bestmöglich lernen und gefördert werden.
Nach zwei Tagen auf der Strecke sind die Kids fast alle richtig schnell geworden, haben Selbstvertrauen getankt und an den Abenden noch viel Wissenswertes über Technik, Presse und Sponsoring gelernt. Zwischen den Turns und teilweise bis spät in die Nacht werden die Rennmaschinen gewartet. Wer Ersatzteile oder Reifen benötigt, bekommt diese bei Michael Reif und seinem Team. Der Aprilia Händler aus Saalfeld, selbst ehemaliger Rennfahrer, steht mit seinem gutsortierten Service-LKW ebenfalls im Fahrerlager. Hier bekommen die Teams alles vom Aufkleber bis zur Zündkerze - und einen guten Rat gibt es kostenfrei dazu.
Mittwoch 20. April 2011: letzter Tag in Magione. In den beiden Vormittag-Turns dürfen die jungen Wilden zum ersten Mal richtig angasen. Karl hat das Überholverbot aufgehoben. Bernd und Dario geben bei Bedarf Einzelunterricht. Punkt 12.20 Uhr versammeln sich Fahrer und Helfer auf der Start- und Zielgeraden. Noch einmal geht Karl in die Tiefen der Theorie. „Der Start“, lautet sein Abschlussthema. Alle lauschen gebannt seinen Worten. Nach den anschließenden drei Probestarts ist für 15:30 das große Finale angesagt – Abschlussball sozusagen.
Langsam formatiert sich das Feld in Startposition. Die grüne Flagge am Ende des Feldes wird geschwenkt – alle sind startbereit. Die Ampel steht auf Rot. Die Motoren heulen auf. Sekunden werden zu einer Ewigkeit. Dann endlich, die Ampel springt auf Grün und sie jagen los. Noch einmal liegt der Duft von Zweitaktöl über der Strecke, während das gesamte Feld die beiden ersten Kurven sauber meistert, werfe ich einen Blick in die Runde.
Wie in jedem Jahr stehen Karl, die Eltern, Freunde und Helfer an der Boxenmauer. Alle sind angespannt und nervös. Nach knapp eineinhalb Minuten kommen die jungen Wilden zum ersten Mal wieder bei Start und Ziel vorbei. Neben mir steht Dieter Porsch. Als Leiter ADAC Motorsport in München hat er es sich nicht nehmen lassen, den Nachwuchs persönlich zu begrüßen. Unser Blick fällt auf die Startnummer 54, Carmen Geissler, die junge Schweizerin (14), hat den Jungs kräftig eingeheizt, von ziemlich weit hinten gestartet, schießt sie am Ende als Dritte über die Ziellinie. 2011 wird eine spannende Saison. Jungs, zieht euch warm an.
Vom 6. – 8. Mai 2011 wird es zum ersten Mal ernst im ADAC Junior Cup, dann geht es in Oschersleben um Pokale und Punkte. Die beiden ersten Läufe des ADAC Junior Cup stehen am Wochenende an. Lauf 1: Samstag 17.45; Lauf 2: Sonntag 9.15.
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